Zwinkis Horrorhotel und andere Katastrophen

 

Hallo Leute!

Bevor wir mit unserer Story beginnen, möchten wir uns natürlich zuerst einmal vorstellen.
Wir sind zwei befreundete Arbeitskolleginnen aus Hessen, Sabrina (24) und Sandra (40).
Um mit Sandra unterwegs zu sein, braucht man schon Mut zur Lücke, denn sie liebt Bollywood, daher auch indische Klamotten, liebt darüber hinaus auch Musical und da sie im Rollstuhl sitzt, ist sie auch manchmal eine Gefahr für die Straße .
Ganz so schlimm ist es natürlich nicht, aber wie ihr seht, ist das schon eine sehr exotische Mischung.
Sabrina ist eher der ruhigere Part und versucht immer die Lage im Griff zu behalten. Aber ganz so ruhig ist sie auch nicht, da sie auf Rockkonzerte steht und ihr das Chaos folgt, wie ein treuer Hund.
Wir zwei begleiten uns gerne zu Kurztrips. Da das Chaos aber auch Sandras treuer Gefährte ist, sind unsere Reisen immer etwas "anders".
Wenn ihr wissen wollt warum, dann lest diesen Blog.

Unser letzter Trip führte uns nach Weil am Rhein/Basel.
Dort besuchten wir das Musical Jesus Christ Superstar in Basel. Das Musical war sehr schön, aber das drumherum war ein Abenteuer.

Aber beginnen wir von Anfang an.

Freitagsmorgens starteten wir um 10:00 Uhr mit dem Auto unseren Wochenendtrip. Die Fahrt verlief zunächst problemlos, bis wir in eine Vollsperrung gerieten.
Die kühne Idee eine parallele Autobahn zu nutzen, fand unser Navi, auch Susi genannt, nicht so gut und lotste uns zwei Stunden quer durch die Gegend, sodass unser Ziel ständig zwei Stunden entfernt war.
Als wir fast der Verzweiflung nah waren, erbarmte sich Susi und führte uns auf dem richtigen Weg zum Hotel, bei dem wir nach sechs Stunden Fahrt endlich ankamen.
Unser Hotel, ein Hotel der Marke Albtraum , begrüßte uns mit dem Satz: "Wir müssen erst mal die Hausdame fragen, ob das Zimmer schon gereinigt ist."
Und das um halb fünf am Nachmittag!!
Die Hausdame entpuppte sich als Beachboy für Arme, der gleichzeitig der Hotelmanager war und ein notorischer Frauenangraber. Seine erste Behauptung war, wir werden von dem Zimmer sehr begeistert sein. (Nach dieser Aussage, die er in einem sehr schleimigen Tonfall rüber brachte, hatte man das Gefühl, als würde man live bei Scary Movie mitspielen.) Er zwinkerte uns dabei auch dreimal, nach seinem Ermessen verführerisch, zu. Wir bezeichneten ihn ab dieser Stelle nur noch als Zwinki und werden ihn in der weiteren Geschichte auch nur noch so nennen.

Beim Einchecken musste die Rechnung sofort beglichen werden, später wussten wir auch warum !

Auf den eigentlichen Betrag, der für dieses Hotel angemessen gewesen wäre, wurden uns dann noch horrende Umbuchungsgebühren drauf gerechnet, da wir angeblich ein Rollstuhlzimmer für eine Person gebucht hätten. Was natürlich auch vollkommen Sinn macht...

Und man muss dazu sagen, dass wir anfangs schon etliche Telefonate und E-Mails hinter uns hatten, damit das Hotel das Zimmer überhaupt richtig reservieren konnte. Also kann man ganz eindeutig sagen, wo hier der Fehler lag.
Nur leider hatten wir, wie es der Zufall so will, die E-Mail nicht dabei und konnten somit auch nicht nachweisen, dass wir alles richtig gemacht hatten.

Und jede Diskussion mit Zwinki war sowieso völlig sinnlos. Fing man an, irgendwas mit ihm regeln zu wollen, redete er sich raus und quasselte uns solange mit seiner ganzen Lebensgeschichte voll, bis wir eigentlich gar nicht mehr wussten, was wir überhaupt wollten . Bevor uns die Ohren bluteten, gaben wir auf und gingen in unser Zimmer. Sauberkeit war relativ. Aber so weit so gut. Wir wollen ja nicht überaus kleinlich sein...!

Nach kurzer Zeit, man muss ja doch ab und an mal auf die Toilette, mussten wir feststellen, dass die Klospülung defekt war. Und anstatt einen Fachmann zu rufen, wollte sich Zwinki höchstpersönlich darum kümmern.
Uns war in diesem Moment schon klar, dass dies nicht unbedingt gut gehen würde, aber wir gaben die Hoffnung nicht auf.
Also machten wir uns erst einmal zum Ausgehen fertig, vertrauten darauf, dass Zwinki den Kampf mit der Toilettenspülung gewinnen würde und erkundeten Weil am Rhein.
Nach ein bisschen Shopping ließen wir den Abend bei einem netten Italiener ausklingen und versuchten uns ein wenig zu entspannen.

Danach fuhren wir wieder zurück ins Hotel und erlebten die nächste Überraschung.
Zuerst wurden wir vom Zoll angehalten, der uns aber zum Glück gleich wieder weiter fahren ließ. (Das Hotel befindet sich direkt an der Grenze zu Basel und um auf den Parkplatz zu gelangen, musste man zwei Meter in die Schweiz herein fahren, um dort zu drehen.)

Auf dem Parkplatz angekommen, mussten wir feststellen, dass jemand auf dem einzigen vorhandenen Behindertenparkplatz parkte und leider auch kein anderer Stellplatz frei war. Da wir mit dem Rollstuhl nicht allzu weit weg parken konnten, gab es für uns nur eine Lösung: hinter den Autos parken und eine Nachricht hinterlassen.
Einen Zettel hatten wir noch gefunden, einen Stift leider nicht. Also kamen unsere Pfadfindermethoden zum Tragen – der Kajal musste her !

Im Zimmer wurde dann offensichtlich, dass Zwinki leider keine großen Taten vollbracht hatte, außer den Spülkasten zu öffnen und wieder mit Tesa zu verkleben.
Fazit: Wir hatten auch die ganze Nacht keine funktionierende Toilette, was leider dazu führte, dass sich das Papier schon etwas stapelte.

Als wir Zwinki, diesmal als Frühstücksboy unterwegs, am nächsten Morgen nochmals darum baten, doch bitte die Spülung zu reparieren, wollte er sich erst einmal wieder herausreden und versuchte uns zu verklickern, dass die Spülung wohl einwandfrei funktionierte, als er daran herumgebastelt hat und außerdem würde das Zimmer so selten benutzt werden, da könne das schon mal vorkommen. Nachdem wir dennoch auf eine funktionierende Toilette im Zimmer beharrten, versicherte er uns, er würde sich noch einmal darum kümmern.

Am Vormittag schauten wir uns dann in aller Ruhe Basel an, was endlich mal ohne Chaos verlief, sodass wir die Schöhnheit der Stadt auf uns wirken lassen konnten. Bei der Rückreise ins Hotel kamen wir dann aber schon in Eile, da wir, dank Susi, einmal im Kreis durch Basel fuhren. Und abends war das Musical Jesus Christ Superstar, zu dem wir pünktlich erscheinen wollten und vorher natürlich auch noch etwas essen wollten.
Also haben wir uns in Windeseile fertig gemacht und um es mal anzumerken, die Toilettenspülung ging immer noch nicht.

Wir fuhren dann wieder nach Basel herein und kamen um ca. 18:00 Uhr am Parkhaus des Theaters an, da unterwegs aufgrund des EM-Spiels der Schweiz ziemlich viel Stau war. Unglücklicherweise machte dieses Parkhaus aber erst um 19:00 Uhr auf, das Musical selbst begann um 19:30 Uhr und unser Tisch im Restaurant wartete auch schon auf uns. So mussten wir schnell auf ein anderes Parkhaus ausweichen, das Nächste einen Kilometer entfernt und leider mussten wir, dank der tollen Verkehrsführung, einmal quer durch Basel fahren um zur Einfahrt zu gelangen.

Im Restaurant selbst, blieb uns dann nur eine halbe Stunde Zeit für Bestellung, essen und bezahlen. Hat aber alles super geklappt und so kamen wir absolut pünktlich im Theater an.
Das Musical war wunderschön und entführte uns für einen kurzen Moment in eine andere Welt. Und auch die Darsteller danach treffen zu können, war für uns ein sehr schönes Erlebnis.

Und dann kam das Chaos in seiner vollen Gänze zurück. Zuerst mussten wir, um zum Parkhaus zu gelangen, einen langen steilen Berg hinunter, was mit dem Rollstuhl eine große Herausforderung ist. Man muss ja immer aufpassen, dass man nicht mit samt dem Rollstuhl in Windeseile den Berg runter saust. Aber dies haben wir, wider Erwarten, gut überstanden und kamen heil an unserem Auto an.

Nachdem Susi wohl mittlerweile die Schnauze voll hatte und uns eine Rundreise durch Basel spendierte, erwartete uns im Hotel der nächste Knaller.
Wir betraten unser Zimmer und hörten etwas plätschern. Dies war die Toilettenspülung, die nun in einer Tour lief.
Jetzt hatten wir also auch noch unseren hauseigenenen Zimmerspringbrunnen, der einen erholsamen Schlaf nur leider unmöglich machte. Und das Papier in der Toilette war auch immer noch nicht weg.

Am nächsten Morgen sahen wir beide aus wie Hamster, die Schlaf mal dringend nötig hätten, haben aber immerhin aufgrund des „Wasserfalls“ in der Nacht, nicht ins Bett gemacht .
Sabrina dachte sich, dass die Spülung doch mittlerweile funktionieren müsse, wenn schon das Wasser ständig läuft. Ein Versuch war erfolgreich, doch das Papier wurde dennoch nicht abtransportiert. Also versuchte Sandra ihr Glück nochmal und drückte mehrmals drauf. Das Papier verschwand und alles war in Ordnung. So hatte es zumindest den Anschein!

Beim Koffer packen, einige Minuten später, hörten wir plötzlich Wasser laufen und dachten zunächst, die Dusche sei angegangen. Doch Fehlanzeige. Zum krönenden Abschluss lief die Toilette nochmal über und das ganze Bad wurde geflutet. 



Aus purer Verzweiflung über diesen Horroaufenthalt, bekamen wir uns nicht mehr ein vor Lachen und holten Zwinki. Dieser eilte zu Hilfe, konnte aber sowieso nicht viel ausrichten und das Überlaufen hörte kurz darauf von selbst schon wieder auf. Er sagte dann bloß, dann muss er jetzt wohl erst mal das Zimmer für einige Zeit sperren, erklärte uns kurz darauf aber schon, es würde am nächsten Wochende wieder benötigt.

Also an dieser Stelle schon mal unser Mitleid für die nächsten Gäste.

Zuguterletzt versuchten wir noch einmal mit Zwinki über den Preis zu verhandeln, da das Hotel für uns echt die Hölle war. Wie es auch nicht anders hätte sein können, führte dies bloß dazu, dass sich unsere Abreise um einige Zeit verspätete, da er uns erst einen Gutschein versprach, den wir allerdings per E-Mail anfordern sollten und dann durften wir uns erst noch einige seiner Storys über Hotelgäste und seine vorherigen Tätigkeiten anhören.
Genervt und völlig am Ende traten wir dann die Heimreise an.

Um irgendeine Entschädigung dieses Horrorhotels zu bekommen, mussten wir auch noch einige Strapazen auf uns nehmen. Es fing schon damit an, dass wir einige Tage später (an einem Mittwoch) um 10:00 Uhr bei der Hauptverwaltung anriefen, wo uns ein Anrufbeantworter mit folgendem Satz begrüßte „Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an. Diese sind montags bis freitags von 09:00 – 17:00 Uhr.“

Aber darüber berichten wir euch ein anderes Mal und verabschieden uns fürs Erste.

Wir hoffen, ihr hattet viel Spaß beim Lesen, so wie wir beim Rekonstruieren, auch wenn wir im Moment nur aus Verzweiflung darüber lachen können .

Bis demnächst!

Die Chaosqueens

15.6.16 22:21

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bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Erika (17.6.16 16:54)
Hallo ihr lieben die Sandra kenne Ich auch sehr gut und was euer Bericht angeht auch sehr gut Liebe Grüsse von Erika

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